Geschichte

Von einer Forsthube
zu einem aufstrebenden Ort

Wissenswertes über die Heimat der Herrgottsdiebe

Waldaschaff liegt am westlichen Rande des Hochspessarts. Umgeben von Streuobstwiesen und bewaldeten Hängen folgen die Straßen und Wege dem Laufe der drei Bäche: Aute, Mittle und Kleinaschaff.

Erste Besiedlungen lassen sich im 5. Jahrhundert feststellen. Ab dem Jahre 982 unterstand Waldaschaff der Herrschaft der Mainzer Kurfürsten. Die Bevölkerung sicherte für diese die Jagdgebiete im Spessart und bewirtschaftete die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen. Durch die Kurfürsten wurde zur Sicherung des Gebietes zwischen 1350 und 1370 eine Forsthube in Waldaschaff errichtet. Die durch Armut und Hungersnöte geplagte Bevölkerung wurde im Dreißigjährigen Krieg beinahe vollkommen ausgelöscht. Dies konnte nur durch die Zuwanderung von Menschen aus allen Landesteilen verhindert werden. Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehörte Waldaschaff zunächst zum Fürstentum Aschaffenburg, später zum Großherzogtum Frankfurt am Main und wurde schließlich 1814 Teil des Königreichs Bayern.

Die Wirtschaft Waldaschaffs war zunächst durch Forstarbeit, später durch Industrie geprägt (Eisenhammer, Schwerspatgruben). Die hier vorhandenen Arbeitsplätze waren dennoch nicht ausreichend, um die Bevölkerung in Lohn und Brot zu bringen. So verdingten sich viele Männer als Arbeiter in der Ferne. Diese Entwicklung nahm mit Schließung des Eisenhammers und der Gruben nochmals drastisch zu und stagnierte erst 1958 mit dem Bau der Bundesautobahn A3
und der Neuansiedlung von Gewerbebetrieben.

Kirchlich gehörte Waldaschaff bis 1893/1894 zur Pfarrei Keilberg und wurde erst mit der Errichtung der Pfarrkirche St. Michael eine eigenständige Pfarrei.

Administrativ war Waldaschaff bis zur Gebietsreform von 1977 eine eigenständige Gemeinde und wurde im Rahmen der Reform zu einer Verwaltungsgemeinschaft mit Rothenbuch und Weibersbrunn zusammengefasst. Diese löste sich endgültig 1993 auf und Waldaschaff wurde wieder eigenständige Gemeinde.