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Wespenbefall

7. Juli 2017

Beseitigung von Wespennestern durch die Feuerwehr

Immer wieder erreichen uns in den Sommermonaten Meldungen über Wespennester, hierzu gibt es folgendes festzustellen:

Nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz darf die Feuerwehr technische Hilfeleistungen nur durchführen, wenn folgende drei Voraussetzungen erfüllt sind:

1. Es liegt eine konkrete Gefahr im Verzug (Notfall) vor, deren Beseitigung im öffentlichen Interesse liegt.
2. Eine gewerbliche Hilfe kann nicht, nicht ausreichend oder nicht in der notwendigen Schnelligkeit geleistet werden.
3. Eine Selbsthilfe der Betroffenen zur Beseitigung der Gefahr ist nicht möglich

Ob bei einer Meldung über Insekten eine konkrete Gefahr im Verzug vorliegt, die Beseitigung im öffentlichen Interesse liegt und gewerbliche Hilfe und Selbsthilfe nicht möglich sind, liegt im pflichtgemäßen Ermessen und in der Beurteilung des Einzelfalls durch den Leitstellenmitarbeiter bzw. später auch durch den Feuerwehr-Einsatzleiter vor Ort. Bei einer Belästigung oder Beeinträchtigung, z.B. bei der Nutzung des Gartens, ist noch keine konkrete Gefahr im Verzug.

Die Gefahr, die von Insekten bzw. einem Wespennest ausgeht, ist meist bereits durch Absperrmaßnahmen in Selbsthilfe abzuwenden, so dass die Gefahr mit gewerblicher Hilfe eines Schädlingsbekämpfers in geeigneter und zulässiger Weise später vollständig beseitigt werden kann.

Achtung! Es gibt Insektenarten, die der gemeinen Wespe sehr ähnlich sind, aber unter das Artenschutzgesetz fallen. Hier ist eine Beseitigung nur in Ausnahmefällen und nur mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt zulässig.

Bei der Beseitigung einer Gefahr ist durch die Feuerwehr die mildeste Form des Eingriffs zu wählen, damit ihr Einsatz nicht mehr erforderlich ist. Es ist z.B. nur die Gefahrenstelle abzusperren, was aber dann oft nicht dem Willen und der Idee des Grundstückeigentümers oder dem „sich bedroht fühlten“ entspricht.

Fazit: Die Entfernung von Insekten- bzw. Wespennestern liegt nicht im originären Zuständigkeitsbereich der Feuerwehren. Hierzu müssen private Schädlingsbekämpfer entsprechen herangezogen werden.

Für evtl. Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Ihre Feuerwehr Waldaschaff
Thorsten Fleckenstein, stellv. Kommandant

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