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Der bienen- und schmetterlingsfreundliche Balkonkasten

18. Mai 2021

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Bald ist es so weit. Nach den Eisheiligen kommen sie wieder ins Freie – die vielen bunten Kübel- und Balkonblumen – und verzieren das Antlitz unserer Hauseingänge, Fenster, Terrassen und Balkone mit frischen Farben. Blühende farbenprächtige Bepflanzungen in Balkonkästen und Kübeln sind nicht nur eine Freude für unser Auge, sondern ziehen auch zahlreiche Blütenbesucher wie Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Käfer in ihren Bann. Leider aber oft umsonst….!

Die Enttäuschung der Insekten ist beim Anflug auf die vielversprechende, farbige Pracht groß – denn viele der gern gepflanzten klassischen Balkonpflanzen wie z. B. Geranien oder Fleißige Lieschen bieten den Insekten wenig oder gar keinen lebenswichtigen Nektar und Pollen.

Doch auch in Balkonkästen und Kübeln gibt es viele Möglichkeiten, attraktive, zierende Pflanzen zu wählen und zugleich das Nahrungsangebot für Wildbienen und Co. zu verbessern.

Im zeitigen Frühling kann man ein Bepflanzen der Kästen traditionell mit Veilchen beginnen. Sie sind bei leichten Nachtfrösten hart im Nehmen und besonders die kleinblütigen bunten Hornveilchen sind robust und zieren über einen langen Zeitraum von Ende März bis in den Juni hinein. Von den großblumigen Hybrid-Siefmütterchen sollte man lieber Abstand nehmen. Die Nektarien dieser Züchtungen sind oft verkümmert, sodass sie kaum oder keine Nahrung für Nützlinge bieten. Kombiniert mit Zwiebelblühern ergeben die fröhlichen Hornveilchen ein schönes und zugleich insektenfreundliches Bild im (Vor-)Frühlingskasten.

Die Glockenblume (Campanula), Primeln (Primula spec.) und das Männertreu (Lobelia erinus) sind willkommene Nektarpflanzen für Bienen im Frühling und Sommer. In blauen und weißen Sorten sind sie erhältlich. Empfehlenswert für Kübel und Balkonkästen ist die hängende Polsterglockenblume, Campanula poscharskyana, die der eine oder andere vielleicht auch aus Steingartenpflanzungen kennt. Die Erde darf nicht austrocknen. Am liebsten ist ihnen ein halbschattiges Plätzchen – pralle, heiße Mittagsonne mögen sie gar nicht.

Steinkraut (Lobularia maritima) ist ebenfalls ein Kandidat aus dem alpinen Garten, der sich für die insektenfreundliche Bepflanzung von Kästen eignet. Es blüht in weißen, rosafarbenen und violetten Kissen von Mai bis September und wird auch als Duftsteinreich bezeichnet. Vielen sind unter dem Begriff „Steinkraut“ wohl eher die knallgelben Blütenkissen bekannt, das Felsensteinkraut, Alyssum saxatile.

Auch das bienenfreundliche Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) und das Löwenmäulchen (Antirrhinum hispanica) lassen sich durchaus ebenfalls in Kübeln und Balkonkästen kultivieren.

Im Sommer prangen mit goldgelben und orangen Farben der Goldkosmos, auch als Bidens oder Goldmarie bekannt (Bidens ferulifotia), der Goldlack (Cheuranthus cheiri) und die Ringelblume (Calendula officinalis). Goldlack ist heiß begehrt bei Schmetterlingen und Faltern, ebenso Topfmargeriten (Chrysanthemum frutescens) und Wandelröschen (Lantana camara). Bei den Ringelblumen sind besonders die ungefüllten oder nur schwach gefüllten Sorten empfehlenswert, denn nur sie bieten für Honig- und Wildbienen, für Hummeln, für Schmetterlinge und für die nützlichen Florfliegen Pollen und Nektar.

Genau wie die Ringelblumen wollen auch die insektenfreundlichen, einfach- oder halbgefüllt blühenden Topfdahlien (Dahlia-Hybriden), das Portulakröschen (Portuiaca grandiflora) sowie auch die Niedrige Strohblume (Helichrysum bracteatum) gerne in die Sonne. Bis in den Spätsommer blühen sie um die Wette, machen uns froh und geben den Insekten Nahrung.

Für den Halbschatten bis Schatten eignen sich Fuchsien (Fuchsia-Hybriden div.) sowie die himmlisch duftende Vanilleblume (Heliotropum arborescens) und auch Petunien mögen es lieber halbschattig als vollsonnig. Von Schmetterlingen gerne beflogen sieht man vielleicht einen Kleinen Fuchs, einen Zitronenfalter oder ein Landkärtchen an seinem Fenster oder Balkon.

Bis in den Herbst hinein blühen die insektenfreundliche Fächerblume (Scaevola saligna) in Blau und Violett, Verbenen – stehend und hängend in zarten und kräftigeren Rosa- und Violetttönen, Zinnien – die niedrigen und mittelhohen farbenfrohen Sorten eignen sich prima für Balkonkästen – sowie Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) in Rot, Orange und Gelb.

Mit der Schneeheide (Erica carnea) geht der Zyklus des Jahreslaufs wieder von vorne los – bereits im Winter und zeitigen Frühjahr im Februar/März blüht sie und gibt den Wildbienen leckere Kost und Stärkung für ihren Ausflug in den ersten Frühlingssonnenstrahlen.

Viel Spaß und einen wunderbaren blumigen Frühling wünscht

Ihre Initiative „Der Landkreis Aschaffenburg summt!“

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